Kampagne zur Einführung des VisualEditors

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Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Kurt Jansson-2
Hallo,

im Laufe des kommenden Jahres wird ja aller Voraussicht nach der
VisualEditor für neue und nicht angemeldete Nutzer als Standard
eingestellt. Mich interessiert, ob es schon Pläne gibt, diese Umstellung
für eine breit angelegte Kampagne zum Anwerben neuer Autoren zu nutzen.

Die Gelegenheit ist einmalig. Zum einen können wir zehntausende
Beinahe-Autoren für Wikipedia wiedergewinnen, die in den vergangenen Jahren
zwar den Bearbeiten-Knopf gefunden haben, sich dann aber nicht trauten, in
dem Zeichensalat irgendetwas zu ändern. Zum anderen ist es eine tolle
Gelegenheit, überhaupt mal wieder darauf aufmerksam zu machen, wie leicht
man bei uns mitarbeiten kann.

Neben der Pressearbeit sollten wir dafür ein Tool nutzen, dass sich seit
Jahren bewert hat, um unsere Leser zu informieren und zu aktivieren: das
Spendenbanner. Dieses Mal als "Autoren-anwerbe-Banner".

Von dort sollten die Leser dann allerdings nicht zur gnadenlos
überfrachteten [[Wikipedia:Beteiligen]]-Seite geschickt werden. Ich bin
sicher, uns fällt etwas Besseres ein. Zeitgemäß wäre es, neue Autoren
Schritt für Schritt durch die Benutzeroberfläche und die Funktionen des
Editors zu führen, wie es zum Beispiel bei den Zooniverse-Projekten gemacht
wird, etwa auf snapshotserengeti.org.

Auch Screencasts wären toll, die einem nicht nur die technisch-formalen,
sondern auch die sozialen Seiten des Projekts nahe bringen. Hier könnten
die Erfahrungen aus dem Mentorenprogramm, Schulprojekt und Silberwissen
einfließen.

Ich hoffe sehr, dass sich im VisualEditor auf einfache Art Einzelnachweise
einfügen lassen - ohne das Kopieren und Ausfüllen unübersichtlicher
Vorlagen und das händische Anlegen eines entsprechenden Abschnitts. Das
Frustpotential für neue Autoren ist an dieser Stelle besonders hoch, das
wissen wir spätestens seit Ende 2009. Viele tausend neue Autoren haben das
Handtuch geworfen, nachdem ihre völlig richtigen Korrekturen und
Ergänzungen in einem Artikel mangels Einzelnachweisen zurückgesetzt wurden.
Und noch viel öfter haben sich Sichter gefrustet am Kopf gekratzt und
gefragt, ob eine unbelegte Änderung nun plausibel ist und durchgewunken
werden kann, oder sicherheitshalber rückgängig gemacht werden sollte. Weiß
jemand, wie dies im VisualEditor umgesetzt wird?

TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?

Viele Grüße
Kurt
_______________________________________________
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https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/vereinde-l
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Juergen Fenn
Lieber Kurt,

Am 27.12.2012 um 10:32 schrieb Kurt Jansson:
>
> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
> gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
> Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?

Wir sollten bitte auch daran denken, ob unsere kleine Community für eine solche Kampagne überhaupt bereit wäre? Eingangskontrolle, QS, VM und Sichter arbeiten jetzt schon an der Belastungsgrenze. Wenn nun auf einmal sehr, sehr viele Anfängeredits zu verarbeiten wären, würde das wahrscheinlich die Kapazität bei weitem überschreiten. Diejenigen Autoren, die den neuen Editor ausprobieren möchten, werden sowieso kommen. Und um einen Hinweisbanner zu schalten, benötigen wir WMDE nicht, das macht die Community selbst.

Ich gehe davon aus, daß es ein Videotutorial von der Foundation geben wird, das man ins Deutsche übersetzen kann? Falls nein, müßte man es vorschlagen. Es war ziemlich aufwendig, deutsche Tutorials zu erstellen. Wenn es ein neues geben sollte, wäre es sinnvoll, es in der gleichen Machart herstellen zu lassen:

https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Wikimedia_Deutschland_Screencasts?uselang=de

Viele Grüße,
Jürgen.
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Kurt Jansson-2
Hallo Jürgen!

> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
> > gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
> > Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?
>
> Wir sollten bitte auch daran denken, ob unsere kleine Community für eine
> solche Kampagne überhaupt bereit wäre? Eingangskontrolle, QS, VM und
> Sichter arbeiten jetzt schon an der Belastungsgrenze. Wenn nun auf einmal
> sehr, sehr viele Anfängeredits zu verarbeiten wären, würde das
> wahrscheinlich die Kapazität bei weitem überschreiten.


Februar, März, April und Mai 2004 waren in der deutschen Wikipedia die
Hölle. SPON, Tagesthemen und der Spiegel hatten zum ersten Mal über uns
berichtet und Massen ahnungsloser Neugieriger strömten in das Projekt, um
auszuprobieren, ob das mit dem Bearbeiten von Artikeln tatsächlich so
einfach geht. Keiner von ihnen scherte sich um "Was Wikipedia nicht ist",
viele hinterließen Zeichenmüll in Artikeln oder legten neue zu völlig
abwegigen Themen an. Die Zahl der Löschkandidaten explodierte und wir waren
unsicher, ob das Projekt nicht komplett überrannt und von einer
Enzyklopädie zu einem Alles-geht-Wiki werden würde. Es war die schönste,
aufregendste Zeit, die ich in der Wikipedia erlebt habe. Ich wünsche mir,
dass genau so etwas noch einmal passiert.

Das Backlog in den von Dir genannten Bereichen bekommen wir notfalls später
abgearbeitet. Auch bin ich sicher, dass wir über eine beachtliche stille
Reserve an Leuten verfügen, die dort wieder aktiv werden, wenn's brennt.



> Diejenigen Autoren, die den neuen Editor ausprobieren möchten, werden
> sowieso kommen.


Dieses Argument habe ich in anderer Form schon sehr oft von sehr vielen
Leuten in der Community gehört, aber noch nie verstanden. "Wer wirklich an
der Wikipedia mitarbeiten will, der wird auch die Syntax lernen." "Wer auf
ein Problem in einem Artikel hinweisen will, der wird auch die
Diskussionsseite finden und bearbeiten." "Wer sich dauerhaft im Projekt
engagieren möchte, der wird auch mit dem rauen Umgangston klar kommen." Und
andersherum: "Wer das alles nicht auf sich nimmt, der ist per Definition
nicht für das Projekt geeignet, den brauchen wir hier nicht."

Warum sollte das alles so sein? Es gibt viele Hobbys, die ebenso
befriedigend sein können, wie die Mitarbeit an einer Online-Enzyklopädie -
und mit diesen konkurrieren wir um die freie Zeit potentieller Mitarbeiter.
Wir müssen dafür sorgen, dass das Projekt auch für Leute attraktiv ist, die
einfach nur kurz einen Artikel verbessern wollen (... in dem Wissen und der
Hoffnung, dass einige nicht mehr davon loskommen werden...).

Wie sollte der Durchschnittsleser überhaupt mitbekommen, dass er nun viel
einfacher mitarbeiten kann, wenn wir ihn nicht aktiv darauf aufmerksam
machen?



> Es war ziemlich aufwendig, deutsche Tutorials zu erstellen. Wenn es ein
> neues geben sollte, wäre es sinnvoll, es in der gleichen Machart herstellen
> zu lassen:
>
>
> https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Wikimedia_Deutschland_Screencasts?uselang=de


Die sind gut gemacht, ja. Wissen wir, wie oft die Videos aufgerufen wurden?
Gibt es Rückmeldungen der Nutzer? (Manche der Screencasts sind übrigens
eine schöne Dokumentation dafür, wie nutzerfeindlich das aktuelle Interface
ist. Wir sollten sie zur allgemeinen Belustigung bei der Wikimania 2022
aufführen.)

Nur noch mal zur Sicherheit: Mir geht es nicht um einen einzelnen
Screencast und auch nicht um das Banner. Ich möchte, dass wir eine
konzertierte Kampagne zur Gewinnung neuer Autoren fahren, auf allen Kanälen
und mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Viele Grüße
Kurt
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Tobias Oelgarte
In reply to this post by Kurt Jansson-2
Hallo Kurt,

ich habe da so meine Zweifel ob eine Kampagne zum aktuellen Zeitpunkt
günstig wäre. Der Editor macht immer wieder noch einen recht
unausgereiften Eindruck, was dann schnell als eher abschreckend
empfunden wird. Ich gehe davon aus das eine Kampagne nach der
Beseitigung der Kinderkrankheiten einen besseren Effekt hätte.
Ankündigen sollte man ihn durchaus, sodass er intensiv getestet werden
kann. Aber eine "typisch werbende Verherrlichung" wäre wohl aktuell
eindeutig fehl am Platz und würde wohl mehr Enttäuschung und Resignation
nach sich ziehen, als den erhofften positiven Effekt.

Gruß Tobias

Am 27.12.2012 10:32, schrieb Kurt Jansson:

> Hallo,
>
> im Laufe des kommenden Jahres wird ja aller Voraussicht nach der
> VisualEditor für neue und nicht angemeldete Nutzer als Standard
> eingestellt. Mich interessiert, ob es schon Pläne gibt, diese Umstellung
> für eine breit angelegte Kampagne zum Anwerben neuer Autoren zu nutzen.
>
> Die Gelegenheit ist einmalig. Zum einen können wir zehntausende
> Beinahe-Autoren für Wikipedia wiedergewinnen, die in den vergangenen Jahren
> zwar den Bearbeiten-Knopf gefunden haben, sich dann aber nicht trauten, in
> dem Zeichensalat irgendetwas zu ändern. Zum anderen ist es eine tolle
> Gelegenheit, überhaupt mal wieder darauf aufmerksam zu machen, wie leicht
> man bei uns mitarbeiten kann.
>
> Neben der Pressearbeit sollten wir dafür ein Tool nutzen, dass sich seit
> Jahren bewert hat, um unsere Leser zu informieren und zu aktivieren: das
> Spendenbanner. Dieses Mal als "Autoren-anwerbe-Banner".
>
> Von dort sollten die Leser dann allerdings nicht zur gnadenlos
> überfrachteten [[Wikipedia:Beteiligen]]-Seite geschickt werden. Ich bin
> sicher, uns fällt etwas Besseres ein. Zeitgemäß wäre es, neue Autoren
> Schritt für Schritt durch die Benutzeroberfläche und die Funktionen des
> Editors zu führen, wie es zum Beispiel bei den Zooniverse-Projekten gemacht
> wird, etwa auf snapshotserengeti.org.
>
> Auch Screencasts wären toll, die einem nicht nur die technisch-formalen,
> sondern auch die sozialen Seiten des Projekts nahe bringen. Hier könnten
> die Erfahrungen aus dem Mentorenprogramm, Schulprojekt und Silberwissen
> einfließen.
>
> Ich hoffe sehr, dass sich im VisualEditor auf einfache Art Einzelnachweise
> einfügen lassen - ohne das Kopieren und Ausfüllen unübersichtlicher
> Vorlagen und das händische Anlegen eines entsprechenden Abschnitts. Das
> Frustpotential für neue Autoren ist an dieser Stelle besonders hoch, das
> wissen wir spätestens seit Ende 2009. Viele tausend neue Autoren haben das
> Handtuch geworfen, nachdem ihre völlig richtigen Korrekturen und
> Ergänzungen in einem Artikel mangels Einzelnachweisen zurückgesetzt wurden.
> Und noch viel öfter haben sich Sichter gefrustet am Kopf gekratzt und
> gefragt, ob eine unbelegte Änderung nun plausibel ist und durchgewunken
> werden kann, oder sicherheitshalber rückgängig gemacht werden sollte. Weiß
> jemand, wie dies im VisualEditor umgesetzt wird?
>
> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
> gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
> Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?
>
> Viele Grüße
> Kurt
> _______________________________________________
> VereinDE-l mailing list
> [hidden email]
> https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/vereinde-l
>


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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Sebastian Moleski-2
Hallo Tobias,
On 27.12.2012 14:04, Tobias Oelgarte wrote:
> Hallo Kurt,
>
> ich habe da so meine Zweifel ob eine Kampagne zum aktuellen Zeitpunkt
> günstig wäre.

Wie Kurt schrieb geht es um eine Kampagne zu dem Zeitpunkt, wenn "der
VisualEditor für neue und nicht angemeldete Nutzer als Standard
eingestellt" wird. Dass wir da derzeit noch nicht sind, steht außer Frage.

Ansonsten kann ich Kurt nur zustimmen. Es wäre tatsächlich gut, wenn es
mit dem Start des Editors für alle ein Programm zur Gewinnung neuer
Autoren gäbe. Das ist schließlich auch einer der wichtigsten Beweggründe
dafür, das Ding überhaupt zu entwickeln.

Beste Grüße
Sebastian Moleski

--
Wikimedia Deutschland e. V.
Obentrautstr. 72
10963 Berlin

Telefon 030 - 219 158 26-0
www.wikimedia.de

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der jeder Mensch an der Menge allen
Wissens frei teilhaben kann. Helfen Sie uns dabei!
http://spenden.wikimedia.de/

Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.
Eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg
unter der Nummer 23855 B. Als gemeinnützig anerkannt durch das Finanzamt
für Körperschaften I Berlin, Steuernummer 27/681/51985.

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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

rupert THURNER-2
In reply to this post by Kurt Jansson-2
hallo kurt,

die idee ein banner zu nutzen um neue beiträge bzw mitarbeiter zu
gewinnen halte ich für sehr gut, und noch besser wenn man einen guten
thematischen aufhänger hat. das ist m.e. unabhängig davon wie gut der
visuelle editor schon ist. anders herum heisst das klarerweise, dass
ich ein banner zur einführung des editors absolut befürworte.

in der schweiz planen wir derzeit ein projekt unter dem titel
"wikicity" wo es darum gehen soll inhalte zur eigenen gemeinde bzw dem
eigenen dorf einzustellen. noch ist nicht klar ob das fotos sein
sollen, wikipedia artikel, openstreetmap verbindungen und inhalte,
inhalte auf wikivoyage, lokale zeitung auf wikinews, oder sonst etwas.

in einem ersten schritt sollen die details in den nächsten wochen
diskutiert und definiert werden. ich habe gilbert, der das ganze
treibt, in cc genommen - obwohl sein französisch einiges besser ist
als sein deutsch :)

nachträglich noch frohe weihnachten, und einen guten rutsch!

rupert.


2012/12/27 Kurt Jansson <[hidden email]>:

> Hallo Jürgen!
>
>> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
>> > gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
>> > Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?
>>
>> Wir sollten bitte auch daran denken, ob unsere kleine Community für eine
>> solche Kampagne überhaupt bereit wäre? Eingangskontrolle, QS, VM und
>> Sichter arbeiten jetzt schon an der Belastungsgrenze. Wenn nun auf einmal
>> sehr, sehr viele Anfängeredits zu verarbeiten wären, würde das
>> wahrscheinlich die Kapazität bei weitem überschreiten.
>
>
> Februar, März, April und Mai 2004 waren in der deutschen Wikipedia die
> Hölle. SPON, Tagesthemen und der Spiegel hatten zum ersten Mal über uns
> berichtet und Massen ahnungsloser Neugieriger strömten in das Projekt, um
> auszuprobieren, ob das mit dem Bearbeiten von Artikeln tatsächlich so
> einfach geht. Keiner von ihnen scherte sich um "Was Wikipedia nicht ist",
> viele hinterließen Zeichenmüll in Artikeln oder legten neue zu völlig
> abwegigen Themen an. Die Zahl der Löschkandidaten explodierte und wir waren
> unsicher, ob das Projekt nicht komplett überrannt und von einer
> Enzyklopädie zu einem Alles-geht-Wiki werden würde. Es war die schönste,
> aufregendste Zeit, die ich in der Wikipedia erlebt habe. Ich wünsche mir,
> dass genau so etwas noch einmal passiert.
>
> Das Backlog in den von Dir genannten Bereichen bekommen wir notfalls später
> abgearbeitet. Auch bin ich sicher, dass wir über eine beachtliche stille
> Reserve an Leuten verfügen, die dort wieder aktiv werden, wenn's brennt.
>
>
>
>> Diejenigen Autoren, die den neuen Editor ausprobieren möchten, werden
>> sowieso kommen.
>
>
> Dieses Argument habe ich in anderer Form schon sehr oft von sehr vielen
> Leuten in der Community gehört, aber noch nie verstanden. "Wer wirklich an
> der Wikipedia mitarbeiten will, der wird auch die Syntax lernen." "Wer auf
> ein Problem in einem Artikel hinweisen will, der wird auch die
> Diskussionsseite finden und bearbeiten." "Wer sich dauerhaft im Projekt
> engagieren möchte, der wird auch mit dem rauen Umgangston klar kommen." Und
> andersherum: "Wer das alles nicht auf sich nimmt, der ist per Definition
> nicht für das Projekt geeignet, den brauchen wir hier nicht."
>
> Warum sollte das alles so sein? Es gibt viele Hobbys, die ebenso
> befriedigend sein können, wie die Mitarbeit an einer Online-Enzyklopädie -
> und mit diesen konkurrieren wir um die freie Zeit potentieller Mitarbeiter.
> Wir müssen dafür sorgen, dass das Projekt auch für Leute attraktiv ist, die
> einfach nur kurz einen Artikel verbessern wollen (... in dem Wissen und der
> Hoffnung, dass einige nicht mehr davon loskommen werden...).
>
> Wie sollte der Durchschnittsleser überhaupt mitbekommen, dass er nun viel
> einfacher mitarbeiten kann, wenn wir ihn nicht aktiv darauf aufmerksam
> machen?
>
>
>
>> Es war ziemlich aufwendig, deutsche Tutorials zu erstellen. Wenn es ein
>> neues geben sollte, wäre es sinnvoll, es in der gleichen Machart herstellen
>> zu lassen:
>>
>>
>> https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Wikimedia_Deutschland_Screencasts?uselang=de
>
>
> Die sind gut gemacht, ja. Wissen wir, wie oft die Videos aufgerufen wurden?
> Gibt es Rückmeldungen der Nutzer? (Manche der Screencasts sind übrigens
> eine schöne Dokumentation dafür, wie nutzerfeindlich das aktuelle Interface
> ist. Wir sollten sie zur allgemeinen Belustigung bei der Wikimania 2022
> aufführen.)
>
> Nur noch mal zur Sicherheit: Mir geht es nicht um einen einzelnen
> Screencast und auch nicht um das Banner. Ich möchte, dass wir eine
> konzertierte Kampagne zur Gewinnung neuer Autoren fahren, auf allen Kanälen
> und mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.
>
> Viele Grüße
> Kurt
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Ralf Roletschek
Ich hoffe nur, daß in der Wikipedia nicht wieder auf breiter Front Stimmung
gemacht wird. Bisher wurde ja gegen alles, was neu war und irgendwie von
der Quelltextbleiwüste abwich, massiv vorgegangen. Einer sagt "klickibunti"
und schon sind alle dagegen... Die Entwickler geben sich Mühe, Mediawiki zu
verbessern und die deutsche Community hat nichts weiter zu tun als zu
meckern. An dieser Stelle müßten wir auch mal für Verbesserungen sorgen.

nur meine Meinung....
Ralf


Am 27. Dezember 2012 14:40 schrieb rupert THURNER <[hidden email]>
:

> hallo kurt,
>
> die idee ein banner zu nutzen um neue beiträge bzw mitarbeiter zu
> gewinnen halte ich für sehr gut, und noch besser wenn man einen guten
> thematischen aufhänger hat. das ist m.e. unabhängig davon wie gut der
> visuelle editor schon ist. anders herum heisst das klarerweise, dass
> ich ein banner zur einführung des editors absolut befürworte.
>
> in der schweiz planen wir derzeit ein projekt unter dem titel
> "wikicity" wo es darum gehen soll inhalte zur eigenen gemeinde bzw dem
> eigenen dorf einzustellen. noch ist nicht klar ob das fotos sein
> sollen, wikipedia artikel, openstreetmap verbindungen und inhalte,
> inhalte auf wikivoyage, lokale zeitung auf wikinews, oder sonst etwas.
>
> in einem ersten schritt sollen die details in den nächsten wochen
> diskutiert und definiert werden. ich habe gilbert, der das ganze
> treibt, in cc genommen - obwohl sein französisch einiges besser ist
> als sein deutsch :)
>
> nachträglich noch frohe weihnachten, und einen guten rutsch!
>
> rupert.
>
>
> 2012/12/27 Kurt Jansson <[hidden email]>:
> > Hallo Jürgen!
> >
> >> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die einmalige Chance, mit
> >> > gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_. Kann aus der
> >> > Geschäftsstelle eine solche Kampagne organisiert werden?
> >>
> >> Wir sollten bitte auch daran denken, ob unsere kleine Community für eine
> >> solche Kampagne überhaupt bereit wäre? Eingangskontrolle, QS, VM und
> >> Sichter arbeiten jetzt schon an der Belastungsgrenze. Wenn nun auf
> einmal
> >> sehr, sehr viele Anfängeredits zu verarbeiten wären, würde das
> >> wahrscheinlich die Kapazität bei weitem überschreiten.
> >
> >
> > Februar, März, April und Mai 2004 waren in der deutschen Wikipedia die
> > Hölle. SPON, Tagesthemen und der Spiegel hatten zum ersten Mal über uns
> > berichtet und Massen ahnungsloser Neugieriger strömten in das Projekt, um
> > auszuprobieren, ob das mit dem Bearbeiten von Artikeln tatsächlich so
> > einfach geht. Keiner von ihnen scherte sich um "Was Wikipedia nicht ist",
> > viele hinterließen Zeichenmüll in Artikeln oder legten neue zu völlig
> > abwegigen Themen an. Die Zahl der Löschkandidaten explodierte und wir
> waren
> > unsicher, ob das Projekt nicht komplett überrannt und von einer
> > Enzyklopädie zu einem Alles-geht-Wiki werden würde. Es war die schönste,
> > aufregendste Zeit, die ich in der Wikipedia erlebt habe. Ich wünsche mir,
> > dass genau so etwas noch einmal passiert.
> >
> > Das Backlog in den von Dir genannten Bereichen bekommen wir notfalls
> später
> > abgearbeitet. Auch bin ich sicher, dass wir über eine beachtliche stille
> > Reserve an Leuten verfügen, die dort wieder aktiv werden, wenn's brennt.
> >
> >
> >
> >> Diejenigen Autoren, die den neuen Editor ausprobieren möchten, werden
> >> sowieso kommen.
> >
> >
> > Dieses Argument habe ich in anderer Form schon sehr oft von sehr vielen
> > Leuten in der Community gehört, aber noch nie verstanden. "Wer wirklich
> an
> > der Wikipedia mitarbeiten will, der wird auch die Syntax lernen." "Wer
> auf
> > ein Problem in einem Artikel hinweisen will, der wird auch die
> > Diskussionsseite finden und bearbeiten." "Wer sich dauerhaft im Projekt
> > engagieren möchte, der wird auch mit dem rauen Umgangston klar kommen."
> Und
> > andersherum: "Wer das alles nicht auf sich nimmt, der ist per Definition
> > nicht für das Projekt geeignet, den brauchen wir hier nicht."
> >
> > Warum sollte das alles so sein? Es gibt viele Hobbys, die ebenso
> > befriedigend sein können, wie die Mitarbeit an einer Online-Enzyklopädie
> -
> > und mit diesen konkurrieren wir um die freie Zeit potentieller
> Mitarbeiter.
> > Wir müssen dafür sorgen, dass das Projekt auch für Leute attraktiv ist,
> die
> > einfach nur kurz einen Artikel verbessern wollen (... in dem Wissen und
> der
> > Hoffnung, dass einige nicht mehr davon loskommen werden...).
> >
> > Wie sollte der Durchschnittsleser überhaupt mitbekommen, dass er nun viel
> > einfacher mitarbeiten kann, wenn wir ihn nicht aktiv darauf aufmerksam
> > machen?
> >
> >
> >
> >> Es war ziemlich aufwendig, deutsche Tutorials zu erstellen. Wenn es ein
> >> neues geben sollte, wäre es sinnvoll, es in der gleichen Machart
> herstellen
> >> zu lassen:
> >>
> >>
> >>
> https://commons.wikimedia.org/wiki/Commons:Wikimedia_Deutschland_Screencasts?uselang=de
> >
> >
> > Die sind gut gemacht, ja. Wissen wir, wie oft die Videos aufgerufen
> wurden?
> > Gibt es Rückmeldungen der Nutzer? (Manche der Screencasts sind übrigens
> > eine schöne Dokumentation dafür, wie nutzerfeindlich das aktuelle
> Interface
> > ist. Wir sollten sie zur allgemeinen Belustigung bei der Wikimania 2022
> > aufführen.)
> >
> > Nur noch mal zur Sicherheit: Mir geht es nicht um einen einzelnen
> > Screencast und auch nicht um das Banner. Ich möchte, dass wir eine
> > konzertierte Kampagne zur Gewinnung neuer Autoren fahren, auf allen
> Kanälen
> > und mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.
> >
> > Viele Grüße
> > Kurt
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Ralf Roletschek
http://www.inf.hs-anhalt.de/~Roletschek/
+49-(0)175-6682617** <--- NEU seit November 2012
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Stefan Knauf-2
In reply to this post by Kurt Jansson-2
Kurt Jansson schrieb am Thu, 27 Dec 2012 10:32:18 +0100:

> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die
>einmalige Chance, mit
> gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_.


Hallo allerseits,

ich halte diese Einschätzung für sehr euphorisch. Einen
Artikel gut zu recherchieren, ist viel, viel schwieriger
und aufwendiger, als die Wikisyntax nachzuschlagen. Selbst
wenn man nur irgendein unplausibel erscheinendes Detail
irgendeines Artikels prüfen möchte, ist das meiner
Erfahrung nach mit deutlich mehr Arbeit verbunden, als den
Einzelnachweis einzufügen... Die Wikisyntax ist da reine
Nebensache.
Ich glaube zwar auch, dass es menschenmöglich sein müsste,
die Bedienung zu vereinfachen; aber dass so eine
Vereinfachung gleich Zehntausende neue Mitarbeiter
bescheren würde, kann ich mir wirklich nicht vorstellen...

MfG
Stefan


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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Juergen Fenn
In reply to this post by Kurt Jansson-2
Hallo Kurt,

Am 27.12.2012 um 13:52 schrieb Kurt Jansson:

> Februar, März, April und Mai 2004 waren in der deutschen Wikipedia die
> Hölle. SPON, Tagesthemen und der Spiegel hatten zum ersten Mal über uns
> berichtet und Massen ahnungsloser Neugieriger strömten in das Projekt, um
> auszuprobieren, ob das mit dem Bearbeiten von Artikeln tatsächlich so
> einfach geht. Keiner von ihnen scherte sich um "Was Wikipedia nicht ist",
> viele hinterließen Zeichenmüll in Artikeln oder legten neue zu völlig
> abwegigen Themen an. Die Zahl der Löschkandidaten explodierte und wir waren
> unsicher, ob das Projekt nicht komplett überrannt und von einer
> Enzyklopädie zu einem Alles-geht-Wiki werden würde. Es war die schönste,
> aufregendste Zeit, die ich in der Wikipedia erlebt habe. Ich wünsche mir,
> dass genau so etwas noch einmal passiert.

Die Bedingungen waren damals ganz anders als heute. Einen Eternal September kann es nicht mehr geben, weil die Konkurrenz im Web 2.0 heute sehr viel größer ist. Außerdem kennt man Wikipedia heute, das ist nichts Aufregendes mehr.

Wenn man wirklich auf Dauer den Zugang für neue Autoren verbessern möchte, sollte man nach meiner Erfahrung in Wikipedia macht Schule vor allem den "Bearbeiten"-Button irgendwie wesentlich stärker hervorheben, denn den sehen die wenigsten. Auch der "Diskussions"-Button geht unter. Die Tabs werden kaum beachtet, und die Navbar wird kaum wahrgenommen, weil sie völlig überladen ist. Eigentlich bräuchte wir drei Interfaces: Eins für Nur-Leser, eins für wenig geübte Autoren und eins für die Stammbelegschaft. Das wäre die erste Hürde. Das eigentliche Bearbeiten ist erst die zweite, und wer die erste genommen hat, schafft auch die zweite. Die erste Hürde ist aber sehr viel schwerer zu nehmen.

> Das Backlog in den von Dir genannten Bereichen bekommen wir notfalls später
> abgearbeitet. Auch bin ich sicher, dass wir über eine beachtliche stille
> Reserve an Leuten verfügen, die dort wieder aktiv werden, wenn's brennt.

Und genau da wäre ich mir weniger sicher. Alle Teilprojekte arbeiten schon seit langem am Anschlag, da ist keine Luft mehr für Experimente, und eine stille Reserve sehe ich auch nicht. Wo sollte die, bitte, sein, und warum versteckt sie sich die ganze Zeit? ;)

>> Diejenigen Autoren, die den neuen Editor ausprobieren möchten, werden
>> sowieso kommen.
>
>
> Dieses Argument habe ich in anderer Form schon sehr oft von sehr vielen
> Leuten in der Community gehört, aber noch nie verstanden. "Wer wirklich an
> der Wikipedia mitarbeiten will, der wird auch die Syntax lernen." "Wer auf
> ein Problem in einem Artikel hinweisen will, der wird auch die
> Diskussionsseite finden und bearbeiten." "Wer sich dauerhaft im Projekt
> engagieren möchte, der wird auch mit dem rauen Umgangston klar kommen." Und
> andersherum: "Wer das alles nicht auf sich nimmt, der ist per Definition
> nicht für das Projekt geeignet, den brauchen wir hier nicht."
>
> Warum sollte das alles so sein? Es gibt viele Hobbys, die ebenso
> befriedigend sein können, wie die Mitarbeit an einer Online-Enzyklopädie -
> und mit diesen konkurrieren wir um die freie Zeit potentieller Mitarbeiter.
> Wir müssen dafür sorgen, dass das Projekt auch für Leute attraktiv ist, die
> einfach nur kurz einen Artikel verbessern wollen (... in dem Wissen und der
> Hoffnung, dass einige nicht mehr davon loskommen werden...).
>
> Wie sollte der Durchschnittsleser überhaupt mitbekommen, dass er nun viel
> einfacher mitarbeiten kann, wenn wir ihn nicht aktiv darauf aufmerksam
> machen?

Ich habe natürlich nichts gegen einen Banner, wenn der VE mal freigeschaltet ist. Ich habe eher etwas gegen den VE an sich, aber das ist wohl nicht mehr zu verhindern.

Zum Thema Autorengewinnung möchte ich gerne auf den Förderverein für Stadtwikis verweisen, der bei seinem letzten Treffen beschlossen hat, solche Werbeaktionen für Autoren einzustellen. Hier die Gründe:

http://allmende.stadtwiki.info/wiki/Portal_West/Protokoll_Treffen_20121103#Ergebnisse_der_Grundsatzdiskussion

--8<--------------------------------------------

== Ergebnisse der Grundsatzdiskussion ==
# Die Stadtwikis legten bisher den Fokus auf das Gewinnen von Schreibern. Anhand der Tatsache, dass es nur sehr wenige Schreiber gibt, dafür aber offenbar ein hohes Interesse der Leserschaft, soll bei den Marketingaktivitäten grundsätzlich der Leser in den Mittelpunkt rücken.
# Es ist zu prüfen, inwieweit die "neuen" interaktiven "Tools" wie Twitter und Facebook eine Diskussion auf den Wikis ergänzen können.

Als Ursachen für den Mangel an Schreibern, unter dem sämtliche Stadt- und Regionalwikis leiden, wurden genannt:
# Bei Tweets und Facebook-Postings ist immer klar, wer der Autor ist. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Motivation. Diese Plattformen werden nämlich vom permanenten Wettbewerb um originelle Postings und interessante Linktipps befeuert. Dort geht es in erster Linie um Selbstdarstellung. Die Autoren von Stadt- und Regionalwikis hingegen treten bis zur Unerkennbarkeit hinter das Gemeinschaftswerk Wiki-Artikel zurück.
# Im Gegensatz zum Twittern und Facebooken ist das Schreiben von Wiki-Artikeln zeitaufwändig und anstrengend. Es gibt nicht viele Menschen, die bereit sind, sich dieser Anstrengung zu unterziehen.

--8<--------------------------------------------

Viele Grüße,
Jürgen.
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Christian Thiele
In reply to this post by Tobias Oelgarte
Hallo,

Am 27.12.2012, 14:04 Uhr, schrieb Tobias Oelgarte  
<[hidden email]>:

> ich habe da so meine Zweifel ob eine Kampagne zum aktuellen Zeitpunkt  
> günstig wäre. Der Editor macht immer wieder noch einen recht  
> unausgereiften Eindruck, was dann schnell als eher abschreckend  
> empfunden wird.

dem kann ich mich nur anschließen. Eine Kampagne sobald das ganze halbwegs  
ausgereift ist, ist sicher machbar, zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht.

Bei einer Kampagne sollte bedacht werden, dass die Browser-Unterstützung  
des VisualEditors nicht sehr flächendeckend ist, derzeit haben nicht  
einmal zwei Drittel der Leser einen unterstützten Browser, nur die am  
häufigst genutzten Browser werden überhaupt unterstützt (obwohl jeder  
vierzigste Leser eine aktuelle Opera-Version nutzt, wird der Browser  
derzeit beispielsweise völlig ignoriert). Vor allem jene, die Probleme mit  
der Syntax haben werden wohl auch zu den 8% der Wikipedia-Leser gehören,  
die noch den Internet Explorer 8 nutzen, zumal es für Windows XP keine  
neuere Version gibt. Auch diese können den VisualEditor nicht nutzen. Eine  
Belehrung, dass andere Browser "besser" sind, darf sich meiner Meinung  
nach die Wikipedia nicht erlauben.

Einblendungen, die zum Mitmachen einladen und mit dem VisualEditor werben,  
sollten daher nur bei unterstützten Browsern gezeigt werden und allgemeine  
Aufrufe über die Medien je nach Unterstützungsgrad vermieden werden. Bis  
zur allgemeinen Verfügbarkeit wird der Anteil der Nutzer mit unterstützten  
Browsern sicher weiter steigen, aber die Frustration wenn das ganze bei  
einem dann nicht funktioniert, kann viel anrichten.

Grüße,
Christian Thiele / Benutzer:APPER

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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Marco Fleckinger-2


Hallo,

Christian Thiele <[hidden email]> schrieb:

>Vor allem jene, die Probleme
>mit  
>der Syntax haben werden wohl auch zu den 8% der Wikipedia-Leser
>gehören,  
>die noch den Internet Explorer 8 nutzen, zumal es für Windows XP keine
>
>neuere Version gibt. Auch diese können den VisualEditor nicht nutzen.
>Eine  
>Belehrung, dass andere Browser "besser" sind, darf sich meiner Meinung
>
>nach die Wikipedia nicht erlauben.
>
Imho sollten wir nicht jeden nur erdenklichen mit allem unterstützen. Bisher gab es keinen Visual Editor, daher ist es eigentlich OK, zu sagen, dass IE 8 User diesen auch in Zukunft nicht nützen können, da dieser Browser halt nich standardkonform ist. Beschweren sollten sich diese bei Microsoft.

Grüße

Marco

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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Nikolas Becker-2
In reply to this post by Christian Thiele
Guten Abend,

dass eine solche Aktion erst dann gestartet werden sollte, wenn der VE
wirklich verfügbar ist und bei (fast) jedem funktioniert, ist wohl
selbstverständlich und das hat Kurt sicher auch so gemeint. Ansonsten finde
ich es einen sehr guten Hinweis sich bereits jetzt Gedanken darüber zu
machen, wie eine solche Kampagne aussehen könnte und wie wir mit den
(hoffentlich zahlreichen) Neuautoren umgehen wollen. Wenn wir an bestimmten
Stellen wirklich Kapazitätsengpässe befürchten, dann ist jetzt noch genug
Zeit, sich über Lösungen Gedanken zu machen.

Viele Grüße
Nikolas

Am 27. Dezember 2012 19:17 schrieb Christian Thiele <[hidden email]>:

> Hallo,
>
> Am 27.12.2012, 14:04 Uhr, schrieb Tobias Oelgarte <
> tobias.oelgarte@googlemail.**com <[hidden email]>>:
>
>
>  ich habe da so meine Zweifel ob eine Kampagne zum aktuellen Zeitpunkt
>> günstig wäre. Der Editor macht immer wieder noch einen recht unausgereiften
>> Eindruck, was dann schnell als eher abschreckend empfunden wird.
>>
>
> dem kann ich mich nur anschließen. Eine Kampagne sobald das ganze halbwegs
> ausgereift ist, ist sicher machbar, zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht.
>
> Bei einer Kampagne sollte bedacht werden, dass die Browser-Unterstützung
> des VisualEditors nicht sehr flächendeckend ist, derzeit haben nicht einmal
> zwei Drittel der Leser einen unterstützten Browser, nur die am häufigst
> genutzten Browser werden überhaupt unterstützt (obwohl jeder vierzigste
> Leser eine aktuelle Opera-Version nutzt, wird der Browser derzeit
> beispielsweise völlig ignoriert). Vor allem jene, die Probleme mit der
> Syntax haben werden wohl auch zu den 8% der Wikipedia-Leser gehören, die
> noch den Internet Explorer 8 nutzen, zumal es für Windows XP keine neuere
> Version gibt. Auch diese können den VisualEditor nicht nutzen. Eine
> Belehrung, dass andere Browser "besser" sind, darf sich meiner Meinung nach
> die Wikipedia nicht erlauben.
>
> Einblendungen, die zum Mitmachen einladen und mit dem VisualEditor werben,
> sollten daher nur bei unterstützten Browsern gezeigt werden und allgemeine
> Aufrufe über die Medien je nach Unterstützungsgrad vermieden werden. Bis
> zur allgemeinen Verfügbarkeit wird der Anteil der Nutzer mit unterstützten
> Browsern sicher weiter steigen, aber die Frustration wenn das ganze bei
> einem dann nicht funktioniert, kann viel anrichten.
>
> Grüße,
> Christian Thiele / Benutzer:APPER
>
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Tim Landscheidt
In reply to this post by Stefan Knauf-2
"Stefan Knauf" <[hidden email]> wrote:

>> TL;DR: Die Einführung des VisualEditors bietet die
>> einmalige Chance, mit
>> gezieltem Anwerben die Autorenbasis zu _vervielfachen_.

> ich halte diese Einschätzung für sehr euphorisch. Einen
> Artikel gut zu recherchieren, ist viel, viel schwieriger und
> aufwendiger, als die Wikisyntax nachzuschlagen. Selbst wenn
> man nur irgendein unplausibel erscheinendes Detail
> irgendeines Artikels prüfen möchte, ist das meiner Erfahrung
> nach mit deutlich mehr Arbeit verbunden, als den
> Einzelnachweis einzufügen... Die Wikisyntax ist da reine
> Nebensache.
> Ich glaube zwar auch, dass es menschenmöglich sein müsste,
> die Bedienung zu vereinfachen; aber dass so eine
> Vereinfachung gleich Zehntausende neue Mitarbeiter bescheren
> würde, kann ich mir wirklich nicht vorstellen...

Den gleichen Gedanken habe ich immer bei den Mobil-Aktivitä-
ten der Foundation. Ich kann mir absolut nicht vorstellen,
dass man auf einem Gerät mit einigen Quadratzentimetern An-
sichtsfläche, die sie sich auch noch mit der "Tastatur"
teilt, einen Artikel zu einem nichttrivialen Thema erstellen
oder bearbeiten kann und das auch noch in einer so kollabo-
rativen Umgebung wie Wikipedia.

Das führt IMHO dazu, dass entweder 99 % der VisualEditor-
oder Mobil-Bearbeiter direkt wieder das Boot verlassen, weil
ihr "das habe ich einmal irgendwo gehört" keine zuverlässige
Quelle darstellt, oder irgendwann das Wikipedia-Biotop
"kippt" und dann das Produkt nicht mehr den Qualitätserwar-
tungen der Leser (und Spender) genügt.

Tim


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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Stefan Knauf-2
Tim Landscheidt schrieb am Thu, 27 Dec 2012 19:36:20
+0000:

> Das führt IMHO dazu, dass entweder 99 % der
>VisualEditor-
> oder Mobil-Bearbeiter direkt wieder das Boot verlassen,
>weil
> ihr "das habe ich einmal irgendwo gehört" keine
>zuverlässige
> Quelle darstellt, oder irgendwann das Wikipedia-Biotop
> "kippt" und dann das Produkt nicht mehr den
>Qualitätserwar-
> tungen der Leser (und Spender) genügt.


Hallo alle,

na ja, ich hatte zwar auch noch nie das Bedürfnis
verspürt, statt eines PC ein Telefon zur Bearbeitung der
Wikipedia zu benutzen, und ich kann mir auch noch nicht
vorstellen, dass ich einen WYSIWYG-Editor unserer
Wikisyntax bevorzugen könnte; aber nur, weil jemand sowas
benutzen möchte, ist er ja noch nicht gleich doof...
Ich teile weder die euphorischen Erwartungen an einen
WYSIWYG-Editor und sonstigen Schnickschnack, noch glaube
ich, dass solche Dinge scharenweise Idioten ins Projekt
locken würden.
Ich vermute, dass die Wikipedia mit diesem Zeug im
Wesentlichen genau so laufen wird wie vorher.

MfG
Stefan

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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Steffen Prößdorf-2
In reply to this post by Tim Landscheidt
Am 27.12.2012 20:36, schrieb Tim Landscheidt:

> Den gleichen Gedanken habe ich immer bei den Mobil-Aktivitä-
> ten der Foundation. Ich kann mir absolut nicht vorstellen,
> dass man auf einem Gerät mit einigen Quadratzentimetern An-
> sichtsfläche, die sie sich auch noch mit der "Tastatur"
> teilt, einen Artikel zu einem nichttrivialen Thema erstellen
> oder bearbeiten kann und das auch noch in einer so kollabo-
> rativen Umgebung wie Wikipedia.
>
> Das führt IMHO dazu, dass entweder 99 % der VisualEditor-
> oder Mobil-Bearbeiter direkt wieder das Boot verlassen, weil
> ihr "das habe ich einmal irgendwo gehört" keine zuverlässige
> Quelle darstellt, oder irgendwann das Wikipedia-Biotop
> "kippt" und dann das Produkt nicht mehr den Qualitätserwar-
> tungen der Leser (und Spender) genügt.
>
>
Den gleichen Gedanken hatte ich bei Wikipedia auch immer. Ich konnte mir
absolut nicht vorstellen, dass jemand freiwillig, ohne jede Bezahlung
oder sonstige persönlichen Vorteile, mit einer unverständlichen und
unintuitiven Syntax an einer Enzyklopädieerstellung mitarbeitet und das
auch noch in einer so kollaborativen Umgebung ohne jede
Authentifizierung oder Anmeldezwang.

Das hätte IMHO dazu führen müssen, dass entweder 99% der
Artikel-Bearbeiter oder Fotografen direkt wieder das Boot verlassen,
weil ihr "das habe ich einmal irgendwo gehört" keine zuverlässige
Quelle darstellt, oder irgendwann das Wikipedia-Biotop "kippt" und dann
das Produkt nicht mehr den Qualitätserwartungen der Leser (und Spender)
genügt.

Die Geschichte lehrt ein anderes Ergebnis.

Steffen

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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Ziko van Dijk-3
In reply to this post by Stefan Knauf-2
Lieber Kurt,

ohne Visual Editor dürfte es tatsächlich unmöglich sein, neue Menschen für
die Wikipedia zu begeistern. Wie sollte das auch gehen, wenn die Älteren
sich an Word Perfect erinnern und die Jüngeren für das unhandliche Markup
gar keinen Vergleich mehr haben. das bisherige System ist gerade eine Hürde
für viele vernünftige Ältere.
Allerdings bräuchte man noch mehr und geeignetere Begleitung und
Lehrmaterialien... Das Tutorial in der WP ist nicht genug, und der
Umgangston auch nicht sehr einladend. Möglicherweise hat der VE viel
weniger Impact als wir uns das erhoffen.

Besten Gruß
Ziko

Am Donnerstag, 27. Dezember 2012 schrieb Stefan Knauf :

> Tim Landscheidt schrieb am Thu, 27 Dec 2012 19:36:20 +0000:
>
>  Das führt IMHO dazu, dass entweder 99 % der VisualEditor-
>> oder Mobil-Bearbeiter direkt wieder das Boot verlassen, weil
>> ihr "das habe ich einmal irgendwo gehört" keine zuverlässige
>> Quelle darstellt, oder irgendwann das Wikipedia-Biotop
>> "kippt" und dann das Produkt nicht mehr den Qualitätserwar-
>> tungen der Leser (und Spender) genügt.
>>
>
>
> Hallo alle,
>
> na ja, ich hatte zwar auch noch nie das Bedürfnis verspürt, statt eines PC
> ein Telefon zur Bearbeitung der Wikipedia zu benutzen, und ich kann mir
> auch noch nicht vorstellen, dass ich einen WYSIWYG-Editor unserer
> Wikisyntax bevorzugen könnte; aber nur, weil jemand sowas benutzen möchte,
> ist er ja noch nicht gleich doof...
> Ich teile weder die euphorischen Erwartungen an einen WYSIWYG-Editor und
> sonstigen Schnickschnack, noch glaube ich, dass solche Dinge scharenweise
> Idioten ins Projekt locken würden.
> Ich vermute, dass die Wikipedia mit diesem Zeug im Wesentlichen genau so
> laufen wird wie vorher.
>
> MfG
> Stefan
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Kurt Jansson-2
In reply to this post by Nikolas Becker-2
Am 27. Dezember 2012 20:16 schrieb Nikolas Becker <
[hidden email]>:

> Guten Abend,
>
> dass eine solche Aktion erst dann gestartet werden sollte, wenn der VE
> wirklich verfügbar ist und bei (fast) jedem funktioniert, ist wohl
> selbstverständlich und das hat Kurt sicher auch so gemeint. Ansonsten finde
> ich es einen sehr guten Hinweis sich bereits jetzt Gedanken darüber zu
> machen, wie eine solche Kampagne aussehen könnte und wie wir mit den
> (hoffentlich zahlreichen) Neuautoren umgehen wollen. Wenn wir an bestimmten
> Stellen wirklich Kapazitätsengpässe befürchten, dann ist jetzt noch genug
> Zeit, sich über Lösungen Gedanken zu machen.
>

Darum geht es mir. Noch haben wir ausreichend Zeit, uns zu überlegen, wie
wir eine solche Kampagne aufziehen und Problemen vorbeugen können. Die
Hinweise in diesem Thread fand ich schon sehr hilfreich. Mir gefällt
Jürgens Idee, den Bearbeiten-Knopf stärker hervorzuheben. Und Christians
Einwand, dass der VisualEditor nicht mit allen Browsern zusammenarbeiten
wird, gilt es beim Einblenden des Banners zu berücksichtigen. (Manchen
Nutzern, die ihren IE nicht upgraden können, ist vielleicht auch an anderer
Stelle mit einem dezenten Hinweis auf
http://www.google.com/chromeframegeholfen.)

In mehreren Mails klang Skepsis an, ob wir überhaupt noch einen richtigen
Sprung bei der Zahl der Neuautoren hinbekommen. Ich bin sicher, dass das
möglich ist. Oder andersherum: Ich finde es völlig abwegig, dass unter den
90 bis 100 Millionen Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist, nur ca.
1000 sein könnten, deren liebste Freizeitbeschäftigung das Schreiben von
Wikipedia-Artikeln ist. Warum sollen es nicht 2000, 5000 oder 10.000 sein?
In all den Jahren haben wir nie versucht, im großen Stil neue Autoren
anzuwerben; nun haben wir die passende Gelegenheit, es einmal
auszuprobieren.

Eben habe ich mal wieder einen Blick in die Statistik geworfen. Die Zahl
der Neuautoren schaut im Jahresverlauf wirklich nicht gut aus:
http://stats.wikimedia.org/DE/TablesWikipediaDE.htm
Interessant auch, dass die Zahl im Januar immer einen Sprung nach oben
macht. Mich würde es nicht überraschen, wenn die Spendenaufrufe von
Wikipedia-Autoren, die ja meist gegen Ende des Fundraisers eingeblendet
werden, daran einen Anteil haben. Warum nicht auch persönliche Aufrufe zur
Mitarbeit an Wikipedia? (Die aktuellen Spendenaufrufe gefallen mir übrigens
durch die Bank sehr gut, danke fürs Feilen an den Texten!)

Viele Grüße
Kurt
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Der neue VisualEditors und unser Autorenschwund

Olaf Simons
In reply to this post by Marco Fleckinger-2
Ich habe derzeit leider nur schlechten Netzzugang verfolge jedoch die Debatte
zur neuen Benutzeroberfläche.

Ich denke wir sollten keine große Hoffnungen an die Benutzeroberfläche stellen.
Sie wird die Lage nicht sehr viel einfacher machen. Auch werden uns weder
Schüler- noch Studenten und Rentnerprogramme viel helfen.

Meine letzten Erfahrungen mit Usern, denen ich über die Schulter sah, waren
verheerend – das Problem ist nicht die Benutzeroberfläche, das Problem sind wir.
Ich will kurz die Lehren aus den Erfahrungen ziehen.

+

Eine Kollegin, die bereits auf en.wp ediert hatte, versuchte ich für de.wp zu
gewinnen. Als sie begriff, dass andere über die Sichtbarkeit ihres Edits erst
mal entscheiden würden, war sie fassungslos (ich selbst hatte mit dieser
Fassungslosigkeit nicht gerechnet, da ich bereit war, alles sofort zu sichten).
Wir erklären uns zwar für ein offenes Medium, aber unsere Botschaft ist in der
Realität: Du kannst Dich bei uns bewähren. Unsere Botschaft ist zweitens extrem
erniedrigend, selbst wo wir doch so nett sind. Wir bieten Mentorenprogramme an:
Werde Hilfschüler einer Person, die Du nicht kennst, vielleicht hältst Du durch,
dann sehen wir weiter – und dabei sind wir anonym und undurchschaubar wie die
Macht in Kafkas Schloss. Ich sage das, da ich weiß dass wir unter uns, na ja
vielleicht eine gewöhnungsbedürftige aber nette Communty sind – diese Sicht
vermitteln wir nach außen nicht.

Fazit 1: Wir müssen die Sichtung abschaffen.

+

Geschichte 2: Ein langjähriger Benutzer, Mitte 80, Buchhändler schreibt einen
Artikel zu einer tschechischen Forschungseinrichtung. Man verweigert ihm die
Relevanz. Das Ding sei nicht mehr als eine Uni-Abteilung. Ich lasse mich in den
Fall hineinziehen, nachdem ich selbst den Artikel zu einer solchen Einrichtung
schrieb (der, an der ich arbeite, auch nur eine Uni-Einrichtung). Die Debatte
zwischen Löschdisku und Relevanzkriterien-Disku ist atemberaubend. Man spielt
mit dem Benutzer Ping-Pong, verweist auf die gefällte Entscheidung. Eine
Neudiskussion gibt es, wenn er den Artikel mit neuer Relevanz ausstattet. Ich
verweise auf die unklare Regelbefolgung: mein eigener Artikel ging durch, dieser
nicht – ernte eine seltsame Drohung, den könne man auch löschen. Ich nehme das
mit Gelassenheit, ich habe da kein Herzblut zu vergießen, doch mein 84jähriger
Benutzer ist von mir wie von WP enttäuscht – von mir, weil ich mich solchen
Diskussionen beuge, von WP, da jeder U-Bahnhof relevanter sein soll als ein
Institut mit Etat und Angestellten. Ich erhalte von ihm die Kündigung und weiß,
dass wir keine festen Mitarbeiter haben, die kündigen können.

Fazit hier: Wir sind unflexibel (der gleichlautende Artikel besteht auf en.wp –
auf de.wp heißt es, er würde Schaden anrichten, doch offenbar richtet er auf
en.wp keinen Schaden an. Wir verteidigen eine Institution im Kampffall, ohne zu
verstehen, dass die Menschen unser Kapital sind nicht die Artikel).

+

Geschichte 3, ganz frisch, betrifft den Editor – ich erkläre ihn einer
Mitarbeiterin bei uns, die auf en.wp den Artikel zu unserer Einrichtung
einstellen soll. Wie man in den Editor kommt, ist das größte Problem, danach ist
alles Weitere einfach bis auf das setzen von Links. Das Problem ist am Ende aber
wieder die Community, diesmal die englische, die bemerkt, dass der Artikel mit
der englischen Website unserer Institution korrespondiert. Diesmal wird
Copyright geltend gemacht und sofort gelöscht. Wir könnten umformulieren, doch
sagt man mir nicht, wie viel wir umformulieren müssen, bis das Problem aufhört –
an den Standardinformationen können wir nichts ändern, Copyright hin oder her.
Ich könnte einen internen Prozess über zu geringe Schöpfungshöhe führen – ich
ja, aber unsere Mitarbeiterin nie und nimmer, Ende auch hier.

+

Geschichte 4 - eine offene Geschichte. Der deutsche Artikel [[Russische
Literatur]] ist paradigmatisch schlecht. Wer könnte den verbessern? Frauen,
Rentner, Schüler? Alle nicht. Eine Promovendin in der Slawistik, vielleicht.
Doch ehrlich gesagt: Wir suchen einen Professor mit Überblick über das Gebiet.
Früher konnte ein Liebhaber da mal ran, heute sind wir im Qualitätsstatus
jenseits dieser Möglichkeit. Nur wenige Leute kommen in Frage, einen solchen
Artikel auf unmittelbar hohem Niveau zu schreiben. Wir hatten früher die Chance
der langsamen Entwicklung, heute haben wir das Problem des unmittelbar nötigen
Quantensprungs, für den wir den Autor nicht gewinnen.

Wer könnte der Autor von [[Russische Literatur]] werden? Ich würde jedem
Slawistik-Professor davon abraten, den zu schreiben, schlicht, weil er keine
Kontrolle über die Arbeit hat, weil er dreißig Druckseiten schreibt und
entäußert, und weil er danach dasselbe nicht mehr als er selbst schreiben kann.

Für mich als Autor ist der verheerendste Artikel, den ich schrieb [[Aufklärung]]
– ich schrieb ihn, nachdem der vormals bestehende in der „Zeit“ auseinander
genommen wurde (der war langes Stückwerk aus banalen Urteilen, kein fachlich
kritischer Artikel). Die Communty bat mich nach einem Edit-War den Srtikel zu
verbessern. Das, was ich tat gefiel niemandem, am wenigsten den am Editwar
beteiligten, die neue Aritikel wie [[Zeitalter der Aufklärung]] und
[[Philosophen der Aufklärung]] aufmachten. Den öffentlich kritisierten Artikel
löschen konnte in WP überhaupt nur ich – und das ist bereits fatal. Ich löschte
den alten Artikel mit Rückendeckung der Abteilung Philosophie, kein Neuling wird
diese Rückendeckung bekommen. Am Ende geriet ich dennoch in massive Probleme mit
Nutzern, die Veränderungen vornahmen, sie sind heute für mich prekär, da ich der
WP-Weisheit folge, Artikel auch aus der Hand zu geben und andere dranzulassen.
Die interne WP-Regelung, dass alles zitierbares Wissen Wissen ist, erwies sich
in den internen Querelen als Unsinn. Zitierbares Wissen zur Aufklärung gibt es
bis zum Abwinken und größten Unsinn darunter. Ich blieb ratlos und ließ Edits
zu, die hoffentlich niemand mir zutraut.

Mein Problem als Autor von [[Aufklärung]] ist dennoch, dass der Artikel unter
Fachleuten mir zugetraut werden kann (die Statistiken entdecken mich). Was sich
als Mumpitz und Trivilität in den Artikel einfügte wird mir dann auch zugetraut.
Ich könnte auf die History verweisen, die klarstellt, was ich nicht tat – doch
die History stellt überhaupt nichts klar.

Außerhalb von Fachkreisen wird mir an dem Artikel nichts zugetraut und das ist
nicht minder prekär. Ich werde ihn in keinem Publikationsverzeichnis erwähnen da
das meinen Ruf lädiere würde, und Ihr ahnt nicht welche Gesichter ich unter
Professoren auf einer Konferenz erntete, als ich mich als der Autor outete.

Fazit hier: Wir benötigen WP-Verbesserungen auf einem heute viel höherem Niveau
als 2005 und wir arbeiten als Community-Projekt ohne Wissen darüber, was die
neuen Wunschautoren im realen Leben riskieren.

Hart gesagt: unsere Programme zur Neulingswerbung dienen dazu, die Altmitglieder
still zu stellen. Die hoffen auf jeder Convention, mehr hübsche Frauen zu sehen,
jung, so zwischen 20 und 30 und ledig bitte. Das verstehe ich schon, dass mit
dem Versprechen in unserer alternden männlichen Community zu punkten ist.

++

Am Ende indes zwei konstruktive Gedanken: Wir benötigen in den komplexeren
Artikeln eine sichtbare Zäsur: eine Banal-Fassung für den schlichten Leser und
eine potentiell wissenschaftliche Fassung für Schüler hoher Jahrgänge, die eine
Facharbeit schreiben und Studenten. Die Zäsur besteht schon, aber sie muss
optisch so klar geführt sein, dass wir in neuen Editprozessen in Konflikten Info
klar zuweisen können: als wissenschaftliche oder triviale. Im Aufklärungsartikel
ist es unabdingbar zu scheiden, denn die banalen Stereotypen wollen in der
gymnasialen Unterstufe gewusst sein, auch wenn die Profs auf Uni-Niveau alles
unternehmen sie wieder auszuradieren.

Gedanke 2: Wir benötigen für Passagen auf wissenschaftlichem Niveau
Autor-Statements. Die dürfen nicht automatisch generiert werden, die müssen von
den Beteiligten formuliert werden. Ich muss klarstellen können, was ich an
[[Aufklärung]] tat und es muss klar werden wo ich anderen Benutzern im Konflikt
raum gab, so dass ich nicht meinen wissenschaftlichen Ruf mit deren Edits
riskiere.

Ihr mögt am Ende sagen, dass meine Perspektive speziell ist, die eines Autors
aus den Wissenschaften – doch denkt über den Artikel [[Russische Literatur]]
nach. Ihr sucht bislang Autoren mit dem Blick auf Statistiken, nicht mit dem
Blick auf das, was Ihr an WP an Artilkeln verbessern wollt. Mein strategischer
Tip: Seht Euch mal schlechte Artikel an und fragt Euch, mit welcher
Benutzerwerbung und welchen Strukturmaßnahmen ihr die verbessert bekommt. Denkt
von WP aus, nicht von den Statistiken aus. Erfasst, dass diese WP nicht mehr die
von 2005 ist und überlegt, wie ihr mit den heutigen Wünschen an das Medium
klarkommt.

Die heutigen Wünsche sind, dass bei uns fachliche hohe und allgemein
verständliche Info zu finden ist. Wer glaubt, beides müsse vereinbar sein, der
weiß nicht, dass beide Wissensformationen in unseren Gesellschaften
gegeneinander ausgespielt werden. Der gute Aufklärungsartikel muss zu 80%
kritisch den Stereotypen begegnen, er kann nicht einfach das Schwierige einfach
sagen. Die Kritik an Stereotypen ist schwierig, egal welche Sprache gefunden
wird – hier wird etwas Schwieriges gedacht. Wir haben noch kein Konzept, wie wir
populäres Medium sein können, das gelichzeitig höchsten Ansprüchen genügt und
ich sehe in dieser Doppelrage derzeit kein klares Nachdenken. Das Nachdenken
darüber wird ein neues über Autorschaft bei uns einfordern.



Dr. Olaf Simons
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
+49-3621-882309
+49-179-5196880

Postadresse Privat:
Dr. Olaf Simons
Hauptmarkt 15
99867 Gotha

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Re: Der neue VisualEditors und unser Autorenschwund

Juergen Fenn

Am 28.12.2012 um 10:57 schrieb Olaf Simons:

> Ihr sucht bislang Autoren mit dem Blick auf Statistiken, nicht mit dem
> Blick auf das, was Ihr an WP an Artilkeln verbessern wollt. Mein strategischer
> Tip: Seht Euch mal schlechte Artikel an und fragt Euch, mit welcher
> Benutzerwerbung und welchen Strukturmaßnahmen ihr die verbessert bekommt. Denkt
> von WP aus, nicht von den Statistiken aus. Erfasst, dass diese WP nicht mehr die
> von 2005 ist und überlegt, wie ihr mit den heutigen Wünschen an das Medium
> klarkommt.

Couldn't agree more.

Viele Grüße,
Jürgen.
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Re: Kampagne zur Einführung des VisualEditors

Juergen Fenn
In reply to this post by Kurt Jansson-2

Am 28.12.2012 um 03:19 schrieb Kurt Jansson:

> In mehreren Mails klang Skepsis an, ob wir überhaupt noch einen richtigen
> Sprung bei der Zahl der Neuautoren hinbekommen. Ich bin sicher, dass das
> möglich ist. Oder andersherum: Ich finde es völlig abwegig, dass unter den
> 90 bis 100 Millionen Menschen, deren Muttersprache Deutsch ist, nur ca.
> 1000 sein könnten, deren liebste Freizeitbeschäftigung das Schreiben von
> Wikipedia-Artikeln ist. Warum sollen es nicht 2000, 5000 oder 10.000 sein?

Es ist wohl eher verwunderlich, daß es doch so viele sind. Bedenke bitte, daß wir -- nur "von den Statistiken her" gesehen -- mehr als ein Viertel der Artikel der englischen Wikipedia haben, während es so viel mehr englische Muttersprachler und Zweitsprachler gibt als deutsche. Bei meinem letzten Workshop bin ich direkt darauf angesprochen worden (wer außerhalb des Projekts steht, sieht das weniger befangen). Mit anderen Worten: Zahlen sind nur eine Seite, Qualität und Engagement die andere.

Unsere deutschsprachige Community wird laufend kaputtgeredet: Sie sei zu klein, sie wachse nicht mehr, sie sei zu männlich, sie sei zu ... positiv gesehen produziert diese Community 400 neue Seiten pro Tag, und sie hat sich für Qualität entschieden, und das hat Erfolg. Aber hallo. Wo bleibt das Positive?

Viele Grüße,
Jürgen.
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