Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

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myn
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Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

myn
Bei dem Streit um die Namensnennung um Tron begründet der Wikipedia Anwalt
dies mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Wie Tron nun mit richtigen Namen
heißt, hat aber doch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Ob man Hacken nun
gut oder schlecht, oder Hacken für den guten Zweck gut und den schlechten
Zweck schlecht findet, hängt nun mal nicht von dem Namen des Hackers ab.
Wikipedia fürchtet nur um die DVD-Ausgabe, wo der Name auch genannt ist. Aus
dem Artikel hätte man ihn aber locker streichen können. Darauf zu beharren,
dass der Name genannt wird hat Bildzeitungsniveau.

"Um den Streit aber endgültig abzuschließen, will Wikimedia Deutschland die
Auseinandersetzung bedauern und "für eine gewisse Zeit" unter Wikipedia.de
eine Erklärung bereithalten, die an die "ethisch-moralische Verantwortung
der Wikipedia-Community" appelliert." heißt es in einem Heise Artikel.

Die Absichtserklärung von Wikipedia widerspricht dem Handeln. Bereits in
einer im Internet veröffentlichten Erklärung, die der DVD Verleger zu dem
Fall machte, wurde provokativ der volle Name genannt. Der Tron Artikel ist
gesperrt und der volle Namen noch drinn. In dem Artikel wird auf zwei
weitere Pressearktikel verwiesen, in denen der Name genannt wurde. Nach dem
Motto: Bild hat es ja auch getan.

Bei Namensnennungen geht es um Persönlichkeitsschutz. Wenn jeder jeden
Tratsch und jedes Info über jeden ins Netz stellen dürfte, liefe das Netz
Gefahr ein riesen "Big Brother" zu werden. Wer sich der Totalüberwachung
freiwillig aussetzt, kann das ja gerne machen. Nun könnte man damit
argumentieren, dass Tron eine Person der Zeitgeschichte ist und der volle
Name daher genannt werden dürfe. Selbst wenn dem so ist, wer hat im Fall von
Tron da was von?

Wie oft wird in der Wikipedia z.B. gegen das Urheberrecht verstoßen? Da
ließen sich bestimmt Gründe finden, die den DVD verkauft verhindern können.
Nur weil Wikipedia als gemeinnützig angesehen wird, hagelt es zum Glück
keine Abmahnungen am laufenden Band.  Jetzt stellt sich Wikipedia fast schon
an wie die Bildzeitung, die alles druckt, was maximal 10.000,-- Euro Bußgeld
kostet. Dabei hatten die Eltern von Tron gar nicht den Verkauf der DVD
unterbinden wollen. Am besten wäre es wohl gewesen, wenn man den Eltern
entgegen gekommen wäre und den Klarnamen herausgenommen hätte ohne dies als
juristisches Eingeständnis zu bewerten. Die Eltern hätten sich freilich wohl
auch besser zunächst um einen Dialog bemühen sollen, statt direckt mit einer
Einstweiligen-Verfügung gegen Wikipedia vor zu gehen.

so long - myn


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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Thomas R. Koll
Hi,

Am 01.02.2006 um 14:44 schrieb [hidden email]:

> Die Absichtserklärung von Wikipedia widerspricht dem Handeln.  
> Bereits in
> einer im Internet veröffentlichten Erklärung, die der DVD Verleger  
> zu dem
> Fall machte, wurde provokativ der volle Name genannt.

Wikimedia DE hat keinen Einfluss auf Directmedia so wie sich  
Wikimedia DE
meiner Meinung nach auch mit dem Einfluss auf den Inhalt der Wikipedia
zurückhalten sollte, auch um solche Situationen zu vermeiden.

Man sollte vielleicht von Seiten der Wikimedia DE die Wikipedia-internen
Mechanismen wie [[Wikipedia:Fragen zur Wikipedia]] (mit zwei Klicks
von überall erreichbar) mal etwas stärker propagieren und die
nicht-öffentliche info-de@ dafür etwas weniger.


> Bei Namensnennungen geht es um Persönlichkeitsschutz. Wenn jeder jeden
> Tratsch und jedes Info über jeden ins Netz stellen dürfte, liefe  
> das Netz
> Gefahr ein riesen "Big Brother" zu werden. Wer sich der  
> Totalüberwachung
> freiwillig aussetzt, kann das ja gerne machen. Nun könnte man damit
> argumentieren, dass Tron eine Person der Zeitgeschichte ist und der  
> volle
> Name daher genannt werden dürfe.

Wie der Richter in der Anhörung offenbar ja schon festgestellt hat  
wird ja
nicht jeder Tratsch über Tron geschrieben und für eine Totalüberwachung
müssten die Wikipedianer eine weitaus aktivere Rolle übernehmen als das
bisherige Faktensammeln.
Ich halte diesen Schluss von Informationsfreiheit auf Totalüberwachung
für völlig überzogen.


> Selbst wenn dem so ist, wer hat im Fall von Tron da was von?

Wahrscheinlich der Journalist der diese ganze Episode in Buchform  
bringt...


> Dabei hatten die Eltern von Tron gar nicht den Verkauf der DVD
> unterbinden wollen. Am besten wäre es wohl gewesen, wenn man den  
> Eltern
> entgegen gekommen wäre und den Klarnamen herausgenommen hätte ohne  
> dies als
> juristisches Eingeständnis zu bewerten.

Das beste wäre gewesen Gras über die Sache wachsen zu lassen.
Wenn du den Namen rausnimmst ist es ein juristisches Eingeständnis,  
es lässt
sich nur noch damit rausreden dass die Wikipedianer Trons Nachnamen  
nicht
für relevant genug gehalten hätten.


> Die Eltern hätten sich freilich wohl
> auch besser zunächst um einen Dialog bemühen sollen, statt direckt  
> mit einer
> Einstweiligen-Verfügung gegen Wikipedia vor zu gehen.

Hatten sie ja, nur sind wir Wikipedianer prinzipientreu.

ciao, tom
--
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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Mark Nowiasz
In reply to this post by myn
Am Mittwoch, den 01.02.2006, 14:44 +0100 schrieb [hidden email]:

Nun meine zwei Cents zu dem ganzen Chaos als Unbeteiligter:

Ich finde daran mehrere Sachen erstaunlich:

      * AMM & co, die in der Vergangenheit so vehement für
        Informationsfreiheit und gegen „Zensur“ eingetreten sind, drehen
        sich um 180 Grad, wenn es für sie unbequem wird und einen der
        ihren betrifft. Das geht sogar soweit, freies Wissen als Gefahr
        darzustellen! Ich wage zu bezweifeln, dass es irgendein
        Engagement gegeben hätte, wenn es sich um eine andere Person
        gehandelt hätte, z.B. einen Rechtsextremisten, der unter
        Pseudonym aufgetreten wäre. Für mich persönlich ein klassischer
        Fall von Doppelmoral.
      * AMM ist Pressesprecher(!) vom CCC und wenn ihm nicht klar war,
        was da passieren könnte/würde, so ist der Mann völlig fehl am
        Platz.
      * Gerade diejenigen, die dafür sorgen (u. A. mit Mordtheorien),
        dass die Eltern von Boris F. nicht zur Ruhe kommen, schieben die
        Eltern vor. Das finde ich einer der widerlichsten Aspekte der
        ganzen Affäre.

Es sieht für mich persönlich teilweise (nochmal: rein persönliche Sicht
der Dinge) so aus, als ob eine Subkultur, die es chic findet, nur unter
Pseudonym bekannt zu sein, ein Recht auf Pseudonymität einfordern möchte
- auf Kosten der Eltern, der Wikipedia und Teile des CCCs (ja, AMM ist
nicht der CCC, dennoch wird das so gesehen). Wäre ich Vorstand des CCCs
(oder ein Mitglied), so würde ich alle Hebel in Bewegung setzen um AMM
abzusetzen - der Imageschaden und Glaubwürdigkeitsverlust des CCCs ist
mittlerweile enorm.

Auch auf Seiten der Wikipedia sind Fehler gemacht worden, das hätte man
weit eleganter handhaben können (und ebenso widerliche finde ich
teilweise die Angriffe gegen die Eltern und teilweises Verstecken gegen
Prinzipien), aber das Kind ist im Brunnen gefallen und da müssen wir nun
durch.

Gruß,
Mark
--
Motto of the Electrical Engineer:
        Working computer hardware is a lot like an erect penis: it
        stays up as long as you don't fuck with it.


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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Marco Schuster
Mark Nowiasz schrieb:

> Am Mittwoch, den 01.02.2006, 14:44 +0100 schrieb [hidden email]:
>
> Nun meine zwei Cents zu dem ganzen Chaos als Unbeteiligter:
>
> Ich finde daran mehrere Sachen erstaunlich:
>
>       * AMM & co, die in der Vergangenheit so vehement für
>         Informationsfreiheit und gegen „Zensur“ eingetreten sind, drehen
>         sich um 180 Grad, wenn es für sie unbequem wird und einen der
>         ihren betrifft. Das geht sogar soweit, freies Wissen als Gefahr
>         darzustellen! Ich wage zu bezweifeln, dass es irgendein
>         Engagement gegeben hätte, wenn es sich um eine andere Person
>         gehandelt hätte, z.B. einen Rechtsextremisten, der unter
>         Pseudonym aufgetreten wäre. Für mich persönlich ein klassischer
>         Fall von Doppelmoral.
Die man leider immer häufiger sieht...nicht nur im Netz.
>       * AMM ist Pressesprecher(!) vom CCC und wenn ihm nicht klar war,
>         was da passieren könnte/würde, so ist der Mann völlig fehl am
>         Platz.
Er hat mMn sehr voreilig gehandelt.
>       * Gerade diejenigen, die dafür sorgen (u. A. mit Mordtheorien),
>         dass die Eltern von Boris F. nicht zur Ruhe kommen, schieben die
>         Eltern vor. Das finde ich einer der widerlichsten Aspekte der
>         ganzen Affäre.
Der Anwalt, z.B. Und die diversen Theorien finde ich (ehrlich gesagt)
unter aller Sau.
>
> Es sieht für mich persönlich teilweise (nochmal: rein persönliche Sicht
> der Dinge) so aus, als ob eine Subkultur, die es chic findet, nur unter
> Pseudonym bekannt zu sein, ein Recht auf Pseudonymität einfordern möchte
> - auf Kosten der Eltern, der Wikipedia und Teile des CCCs (ja, AMM ist
> nicht der CCC, dennoch wird das so gesehen). Wäre ich Vorstand des CCCs
> (oder ein Mitglied), so würde ich alle Hebel in Bewegung setzen um AMM
> abzusetzen - der Imageschaden und Glaubwürdigkeitsverlust des CCCs ist
> mittlerweile enorm.
Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's weiter ungeniert. Armer CCC.

Marco

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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Stefan Knauf
In reply to this post by myn

[hidden email] schrieb am 01.02.06 14:45:17:
„[...] Aus dem Artikel hätte man ihn [Trons bürgerlichen Namen] aber locker streichen können. Darauf zu beharren, dass der Name genannt wird hat Bildzeitungsniveau.  [...]“


Hallo Leute!
Wenn der Wikipediaartikel über Tron einen Enzyklopädieartikel darstellen soll, gehört da sein vollständiger bürgerlicher Name rein. Möchte sich jemand wissenschaftlich mit Tron befassen, braucht er den bürgerlichen Namen, um nach amtlichen Dokumenten über ihn (z.B. der Geburtsurkunde) vernünftig suchen zu können. Also wenn Tron wichtig genug für einen Wikipediaartikel ist, gehört da auch sein Name rein.

Mal eine andere Frage: Schadet die Nennung des bürgerlichen Namens von Tron eigentlich wirklich jemandem?

MfG
Stefan





[hidden email]   <[hidden email]> schrieb am 01.02.06 14:45:17:

>
> Bei dem Streit um die Namensnennung um Tron begründet der Wikipedia Anwalt
> dies mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Wie Tron nun mit richtigen Namen
> heißt, hat aber doch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. Ob man Hacken nun
> gut oder schlecht, oder Hacken für den guten Zweck gut und den schlechten
> Zweck schlecht findet, hängt nun mal nicht von dem Namen des Hackers ab.
> Wikipedia fürchtet nur um die DVD-Ausgabe, wo der Name auch genannt ist. Aus
> dem Artikel hätte man ihn aber locker streichen können. Darauf zu beharren,
> dass der Name genannt wird hat Bildzeitungsniveau.
>
> "Um den Streit aber endgültig abzuschließen, will Wikimedia Deutschland die
> Auseinandersetzung bedauern und "für eine gewisse Zeit" unter Wikipedia.de
> eine Erklärung bereithalten, die an die "ethisch-moralische Verantwortung
> der Wikipedia-Community" appelliert." heißt es in einem Heise Artikel.
>
> Die Absichtserklärung von Wikipedia widerspricht dem Handeln. Bereits in
> einer im Internet veröffentlichten Erklärung, die der DVD Verleger zu dem
> Fall machte, wurde provokativ der volle Name genannt. Der Tron Artikel ist
> gesperrt und der volle Namen noch drinn. In dem Artikel wird auf zwei
> weitere Pressearktikel verwiesen, in denen der Name genannt wurde. Nach dem
> Motto: Bild hat es ja auch getan.
>
> Bei Namensnennungen geht es um Persönlichkeitsschutz. Wenn jeder jeden
> Tratsch und jedes Info über jeden ins Netz stellen dürfte, liefe das Netz
> Gefahr ein riesen "Big Brother" zu werden. Wer sich der Totalüberwachung
> freiwillig aussetzt, kann das ja gerne machen. Nun könnte man damit
> argumentieren, dass Tron eine Person der Zeitgeschichte ist und der volle
> Name daher genannt werden dürfe. Selbst wenn dem so ist, wer hat im Fall von
> Tron da was von?
>
> Wie oft wird in der Wikipedia z.B. gegen das Urheberrecht verstoßen? Da
> ließen sich bestimmt Gründe finden, die den DVD verkauft verhindern können.
> Nur weil Wikipedia als gemeinnützig angesehen wird, hagelt es zum Glück
> keine Abmahnungen am laufenden Band.  Jetzt stellt sich Wikipedia fast schon
> an wie die Bildzeitung, die alles druckt, was maximal 10.000,-- Euro Bußgeld
> kostet. Dabei hatten die Eltern von Tron gar nicht den Verkauf der DVD
> unterbinden wollen. Am besten wäre es wohl gewesen, wenn man den Eltern
> entgegen gekommen wäre und den Klarnamen herausgenommen hätte ohne dies als
> juristisches Eingeständnis zu bewerten. Die Eltern hätten sich freilich wohl
> auch besser zunächst um einen Dialog bemühen sollen, statt direckt mit einer
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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

S. Heinz
In reply to this post by myn
[hidden email] schrieb:
> Bei dem Streit um die Namensnennung um Tron begründet der Wikipedia Anwalt
> dies mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Wie Tron nun mit richtigen Namen
> heißt, hat aber doch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. (...)

als laie ein frage:
wann fängt das den an, wann darf nach deiner meinung den ein name
genannt werden?
was ist mit dem RAF leuten dürfen die genannt werden?
wo ist die grenze?
bei der schwere der tat?
bei der bedeutung der tat?

steffen

--
Grüße aus der Eifel
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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Heinz-Josef Lücking-2
S. Heinz schrieb:

> [hidden email] schrieb:
>> Bei dem Streit um die Namensnennung um Tron begründet der Wikipedia
>> Anwalt
>> dies mit dem Recht auf Meinungsfreiheit. Wie Tron nun mit richtigen Namen
>> heißt, hat aber doch nichts mit Meinungsfreiheit zu tun. (...)
>
> als laie ein frage:
> wann fängt das den an, wann darf nach deiner meinung den ein name
> genannt werden?
> was ist mit dem RAF leuten dürfen die genannt werden?
> wo ist die grenze?
> bei der schwere der tat?
> bei der bedeutung der tat?
>
> steffen
>

apropo tat

was tat der tron eigentlich ?

heinz

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Re: Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Michael Bimmler
Am 01.02.06 schrieb Heinz <[hidden email]>:


>
> apropo tat
>
> was tat der tron eigentlich ?
>
Schon mal einen Blick auf
http://de.wikipedia.org/wiki/Tron_%28Hacker%29  geworfen?
> heinz
>
Michael
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Re: Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Johann H. Addicks
In reply to this post by Heinz-Josef Lücking-2
> apropo tat
>
> was tat der tron eigentlich ?

Dafür gibt meines Wissens einen Artikel in der Wikipedia, der das recht gut
-und vor allem von einem neutralen Standpunkt aus- erläutert.


(Wenn ich gefragt würde, hätte ich gesagt: Der war so verstört, sich bei dem
erfolglosen(!) Versuch der nicht genehmigten Demontage öffentlichen
Fernsprechers von der Polizei schnappen zu lassen. Ja wirklich, gleich zwei
extreme Peinlichkeiten auf einmal. Er hätte jemanden fragen sollen, der sich
mit soetwas auskennt...)

-jha-
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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Heinz-Josef Lücking-2
In reply to this post by Michael Bimmler
Michael Bimmler schrieb:

> Am 01.02.06 schrieb Heinz <[hidden email]>:
>
>
>> apropo tat
>>
>> was tat der tron eigentlich ?
>>
> Schon mal einen Blick auf
> http://de.wikipedia.org/wiki/Tron_%28Hacker%29  geworfen?
>> heinz
>>
> Michael
Hab ich mal gemacht. Der Tron hat ja eigentlich nichts besonderes
gemacht. Der war doch nur ein Informatikstudent. Kommen jetzt alle
Informatiker in die Wikipedia? Kann man den Bastelbausatz für dieses
Kryptofon eigentlich irgentwo bestellen, bei elektro-reinert o.ä. ? Ich
bastel in meiner freizeit gern mal so an elektrogeräten rum.

liebe grüße, heinz


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Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

myn
In reply to this post by Thomas R. Koll
> > auch besser zunächst um einen Dialog bemühen sollen, statt direckt  
> > mit einer
> > Einstweiligen-Verfügung gegen Wikipedia vor zu gehen.
>
> Hatten sie ja, nur sind wir Wikipedianer prinzipientreu.

Wer hat im welchen Kreise entschieden, dass der Name genannt wird und dass
dies Wikipedia-Prinzipien sind?

> Wikimedia DE hat keinen Einfluss auf Directmedia so wie sich
> Wikimedia DE meiner Meinung nach auch mit dem Einfluss auf den Inhalt der
Wikipedia
> zurückhalten sollte, auch um solche Situationen zu vermeiden.

> Man sollte vielleicht von Seiten der Wikimedia DE die Wikipedia-internen
> Mechanismen wie [[Wikipedia:Fragen zur Wikipedia]] (mit zwei Klicks
> von überall erreichbar) mal etwas stärker propagieren und die
> nicht-öffentliche info-de@ dafür etwas weniger.

In diesem Fall hat es den Anwalt der Eltern ja gut in die Irre geführt.
Eigendlich hätten sie an den im Imperssum genannten Verantwortlichen, Jimmy
Wales, wenden müssen. Auch die C-Admins können übrigens haftbar gemacht
werden, wenn sie nicht ausschließlich weisungsgebunden arbeiten.

> [hidden email] schrieb:

> Mal eine andere Frage: Schadet die Nennung des bürgerlichen Namens von
> Tron eigentlich wirklich jemandem?

Die Eltern sehen sich geschädigt.  Ziffer 8 des Pressecodex sagt:
"Die Presse achtet das Privatleben und die Intimsphäre des Menschen. Berührt
jedoch das private Verhalten öffentliche Interessen, so kann es im
Einzelfall in der Presse erörtert werden. Dabei ist zu prüfen, ob durch eine
Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden. Die
Presse achtet das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und
gewährleistet den redaktionellen Datenschutz."
http://de.wikipedia.org/wiki/Pressecodex

Durch die Nennung des Namens sind sie eindeutig als Eltern von Tron zu
indentifizieren, da sein Klarname kaum verbreitet ist. Auch nach dem Tod
eines Menschen bleiben Ehre und Würde des Menschen geschützt. Das BVerfG hat
das postmortale Persönlichkeitsrecht in der Mephisto-Entscheidung aus Art. 1
Abs. 1 GG abgeleitet. Die vermögenswirksamen Persönlichkeitsrechte gehen
nach dem Tod an die Erben über. Sie solen nach dem Willen oder dem
mutmaßlichen Willen des Verstorbenen handeln.
http://www.netlaw.de/urteile/bgh_05.htm

Allerdings handelt es sich bei Trons Namen  ja nicht um vermögenswirksamen
Persönlichkeitsrechte. Vielleicht müssen die Eltern erst Tron T-Shirts
verkaufen um die Namensnennung untersagen zu können.

> Ich wage zu bezweifeln, dass es irgendein
> Engagement gegeben hätte, wenn es sich um eine andere Person
> gehandelt hätte, z.B. einen Rechtsextremisten, der unter Pseudonym
aufgetreten wäre.

Es gibt, wenn auch vereinzelt. Proteste gegen die Unart der linken Szene
Rechtsradikale oft alszu leichtfertig öffentlich mit Namen an den Pranger zu
stellen.

> [hidden email] schrieb:
 
> als laie ein frage: wann fängt das den an, wann darf nach deiner
> meinung den ein name genannt werden?

Meiner Meinung nach orientiert sich das am Recht am eigenen Bild
http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

Demnach dürfen nur Fotos von  Personen des Zeitgeschehens ohne Zustimmung
veröffentlicht werden. Dazu gehören in Schranken auch Bilder z.B. von Opfern
einer Geiselnahme.  Ob, und wann es auch erlaubt ist deren Namen zu nennen,
weiss ich nicht.

Allerdings besagt Ziffer 1 des Pressecodex: "Die Achtung vor der Wahrheit,
die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der
Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse."

Auf die Wahrung der Menschenwürde  zielt auch das "Allgemeine
Persönlichkeitsrecht (APR)" ab.  Es wurde 1954 vom BGH  entwickelt und wird
auf Art. 2 Abs. 1 (Freie Entfaltung der Persönlichkeit  in Verbindung mit
Art. 1 Abs. 1 GG (Schutz der Menschenwürde gestützt. Das BVerfG hat die
Bedeutung des APR  1973 herausgestellt.

Aus einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, insbesondere
durch Berichterstattung in den Medien, kann sich ein Anspruch  auf
Schadensersatz  (§ 823 Abs. 1 BGB oder ein Unterlassungsanspruch
beziehungsweise Berichtigungsanspruch  (§ 823 Abs. 1 i.V.m. § 1004 BGB
ergeben. Bei einer schwerwiegenden Verletzung kann auch ein Anspruch auf
Schmerzensgeld der aus § 823 I BGB i.V.m. Art. 1 I, 2 I GG abgeleitet wird,
bestehen. Einzelne Bereiche des Persönlichkeitsrechts sind gesetzlich
besonders geschützt, beispielsweise die persönliche Ehre in den §§ 185 ff.
StGB, der Name  (§ 12 BGB das Recht am eigenen Bild  (§§ 22 ff. KunstUrhG
oder das Urheberrecht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeines_Pers%C3%B6nlichkeitsrecht

Der Schutz des Namens beinhaltet aber anscheinend nicht den Schutz vor der
Nennung des Namens.

"Jede Berichterstattung über Personen bewegt sich im Spannungsfeld zwischen
Pressefreiheit, Meinungsfreiheit  und allgemeinem Persönlichkeitsrecht. Die
Rechte der thematisierten Person und das öffentliche Informationsinteresse
müssen dabei jeweils im Einzelfall gegeneinander abgewogen und in Einklang
gebracht werden. Wenn die Rechte des Betroffenen überwiegen, ist die
Äußerung (also die Namensnenung) im Einzelfall unzulässig. Wer sich durch
sein Verhalten oder eigene Äußerungen in das Blickfeld der Öffentlichkeit
begibt, muss eine kritische Berichterstattung der Medien über sein Auftreten
akzeptieren."

http://de.wikipedia.org/wiki/Zul%C3%A4ssigkeit_von_%C3%84u%C3%9Ferungen_in_der_Berichterstattung

Es muss also abgewogen werden, ob die Nennung des Namens gerechtfertigt ist.
Im Fall von Tron sehe ich das nicht.

> was ist mit dem RAF leuten dürfen die genannt werden?

Ja

> wo ist die grenze?
>bei der schwere der tat?
> bei der bedeutung der tat?

Wahrscheinlich. Einen Mörder darf man beim Namen nennen, einen Autodieb wohl
nicht. Tron war aber weder Möder noch Autodieb sondern höchstes Opfer. Da
darf man den Namen sicher nicht nennen, wenn er noch leben würde, da dies
unverhältnismäßig in seine Persönlichkeitsrechte eingreifen würde. Da er
verstorben ist, können diese Rechte aber nicht im gleichen Maße
beeinträchtigt werden. Er sucht ja nun zum Beispiel keinen Job mehr.

> [hidden email] schrieb:

> Es sieht für mich persönlich teilweise (nochmal: rein persönliche
> Sicht der Dinge) so aus, als ob eine Subkultur, die es chic findet, nur
> unter Pseudonym bekannt zu sein, ein Recht auf Pseudonymität
> einfordern möchte

Man hat das Recht auf Pseudonym, wenn durch Nennnung des Namens zu sehr in
die Persönlichkeitsrechte eingegriffen würde. Outet sich zum Beispiel jemand
unter Psyeudonym als Kleinkrimmineller, dann darf ihm dadurch kein Nachteil
enstehen. Das zählt auch zum Vertrauensschutz des Informanten (Ziffer 5 und
6 des Pressecodex). Mal ganz davon abgesehen, dass in der Wikipedia kein
Artikel über einen Autodieb zu finden sein wird, es würde auch nicht
statthaft sein mit Namensnennung und/oder Bild zu berichten. Wenn ein
Pressesprecher des CCC nur unter Pseudonym genannt werden möchte, muss das
nach meiner Meinung eingehalten werden, da ihm ja durch das Amt evtl.
Nachteile entstehen könnten und es kein öffentliches Interesse gibt seinen
Klarnamen zu erfahren.

Ich sehe wie oben schon gesagt auch kein öffentliches Interesse den
Klarnamen von Tron zu nennen.


so long - nym

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Re: Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Ivo Köthnig
In reply to this post by Heinz-Josef Lücking-2
> Hab ich mal gemacht. Der Tron hat ja eigentlich nichts besonderes
> gemacht. Der war doch nur ein Informatikstudent. Kommen jetzt alle
> Informatiker in die Wikipedia? Kann man den Bastelbausatz für
> dieses Kryptofon eigentlich irgentwo bestellen, bei elektro-reinert
> o.ä. ? Ich bastel in meiner freizeit gern mal so an elektrogeräten
> rum.

Genau das ist noch so ein fragwürdiger Punkt. Das einzig spektakuläre
an Tron ist sein Tod. Dann wurden ein paar schicke
Verschwörungstheorien um diesen herumgebastelt, so dass sein
Lebenswerk irgendwie wichtiger erscheint. Dafür das Tron so bekannt
ist, und damit letztlich gerade noch so zu einer Person der
Zeitgeschichte geworden ist, sind imho vor allem die Verantwortlich,
die das Thema nicht ruhen lassen und dazu gehören paradoxerweise auch
die, die seine Namensnennung nicht wollen.

-- Ivo Köthnig


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Re: Re: Wikipedia auf Bildzeitungsniveau - Um Meinungsfreiheit geht es im Fall Tron nicht

Paul-62
In reply to this post by Heinz-Josef Lücking-2
Am 21:08 01.02.2006 schrieb Heinz:

>Michael Bimmler schrieb:
>>Am 01.02.06 schrieb Heinz <[hidden email]>:
>>>apropo tat
>>>was tat der tron eigentlich ?
>>Schon mal einen Blick auf
>>http://de.wikipedia.org/wiki/Tron_%28Hacker%29  geworfen?
>>>heinz
>>Michael
>Kann man den Bastelbausatz für dieses Kryptofon eigentlich irgentwo
>bestellen, bei elektro-reinert o.ä. ? Ich bastel in meiner freizeit gern
>mal so an elektrogeräten rum.

Wenn du mir Eagle-Daten besorgst, die sich legal öffnen lassen, können wir
zumindest über die Boards reden ;-) Die Daten die ich mir von
ftp:\\ftp.ccc.de\cryptron\ (link entschärft) runtergeladen haben bringen
Error-Code 298, was auf die Verwendung einer geknackten Eagle-Version
hindeutet. ???

Moins KS


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